Arzneipflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Haut

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Auch Hautverletzungen mit Risswunden, Quetschwunden, Brandwunden und Frostbeulen, durch Mikroorganismen hervorgerufene Hauterkrankungen, Schuppenflechte, Ekzeme, Neurodermitis, Juckreiz, Akne, übermäßige Schweißbildung sowie Narben können in leichten Fällen mit Phytopharmaka behandelt werden. Die hierfür genutzten Arzneipflanzen und Pflanzenteile sind in Tabelle 11 zusammengestellt und werden oft in Kombination verwendet.

Risswunden, Quetschwunden, Brandwunden und Frostbeulen lassen sich mit Salben, Cremes, Gelen und Lotionen behandeln, die Aloevera, Arnika, Beinwell, Eichenrinde, Johanniskraut, Kamille, Ringelblume, Zaubernuss, Zwiebel und Asiatischen Wassernabel enthalten. Letzteres Kraut ist in Afrika, Asien und den südlichen Teilen der USA beheimatet. Präparate mit Arnikablüten und Ringelblumen sind aufgrund ihrer starken Wirksamkeit von besonderer Bedeutung.

Bei von Mikroorganismen hervorgerufenen Hauterkrankungen helfen Cremes mit Kamille, Melisse und Thymian, da die ätherischen Öle dieser Pflanzen antimikrobiell wirken.

Gegen Schuppenflechte werden Teere verschiedener Nadelbäume sowie Extrakte der Mahonie eingesetzt, einer Berberitzenart aus dem pazifischen Nordamerika, die als Bestandteil homöopathischer Zubereitungen verwendet wird und über entzündungs- und schmerzhemmende sowie antimikrobielle Eigenschaften verfügt.

Ekzeme und Neurodermitis werden äußerlich aber auch innerlich behandelt. Salben oder Cremes enthalten Ballon­rebe, eine aus Indien, Afrika oder Südamerika stammende Schlingpflanze, Borretsch, Eiche, Kamille, Nachtkerze, Bittersüßen Nachtschatten, Walnuss, Zaubernuss oder die aus den Anden stammenden Ratanhia. Da z. B. bei Neurodermitis der Stoffwechsel langkettiger essentieller Fettsäuren gestört ist, wird das Öl von Nachtkerze und Borretsch zusätzlich innerlich angewendet.

Gegen Juckreiz helfen Ballonrebe, Bittersüßer Nachtschatten, Kamille und Zaubernuss einfach bzw. in Kombinationen. Akne lässt sich mit Aloe, Mahonie und insbesondere Stiefmütterchen behandeln.

Die Bildung von Schweiß kann durch körperliche Belastung wie Sport, hormonelle Veränderungen und psychische Belastung wie Stress und Angst, aber auch durch die Ernährung bedingt sein. Im Allgemeinen ist sie ein Zeichen von Gesundheit, da der Körper auf diese Weise seine Temperatur regelt und gegebenenfalls Schadstoffe ausscheidet.

Eine übermäßige Schweißbildung belastet jedoch aufgrund der auftretenden Geruchsbelästigung. Dass Phytopharmaka mit Salbei oder Eiche die Schweißbildung hemmen, ist nachgewiesen. Sollten diese pflanzlichen Arzneimittel keine Wirkung zeigen, empfiehlt sich die Verwendung chemisch-synthetischer schweißhemmender Mittel.

Narben können chirurgisch therapiert werden, jedoch lassen sie sich auch mit Phytopharmaka behandeln, die Zubereitungen aus Zwiebel oder Asiatischem Wassernabel enthalten.

Tabelle 11a
Tabelle 11b