Arzneipflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Leber und Galle

Leber und Galle

Befindlichkeitsstörungen bzw. Erkrankungen von Leber und Galle werden mit den in Tabelle 4 aufgeführten Arzneipflanzen behandelt.

Die Leber ist das wichtigste Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan des menschlichen Körpers. Sie bildet die Galle als Verdauungssekret, die über die Gallenblase in den Dünndarm abgegeben wird und dort primär der Verdauung fetthaltiger Nahrung dient. In der Leber werden in einem bestimmten Ausmaß auch Schadstoffe abgebaut.

Durch übermäßigen Alkohol- oder Arzneimittelkonsum und Vergiftungen durch chemische Substanzen kann das Lebergewebe geschädigt werden. Abhilfe können hier die Früchte der Mariendistel schaffen. Denn es ist nachgewiesen, dass ihre Inhaltsstoffe die Leberzellen stabilisieren und eine Regeneration des Lebergewebes bewirken. Darüber hinaus lindern sie die typischen Begleiterscheinungen einer Lebererkrankung wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch sowie Blähungen.

Falls Gallenbeschwerden nachgewiesenermaßen nicht auf die Bildung von Gallensteinen zurückzuführen sind und keine Erkrankungen der Leber bzw. Gallenblase vorliegen, können Beschwerden in diesem Bereich durch die Gabe von Artischockenblättern, Boldoblättern, Erdrauchkraut, Löwenzahnkraut und -wurzeln, Schöllkraut und von Wurzeln der Javanischen Gelbwurz bzw. gegebenenfalls von Kombinationen der genannten Arzneipflanzen gelindert werden. Denn diese Arzneipflanzen regen die Produktion der Galle in der Leber an und/oder beschleunigen die Entleerung der Galle aus der Gallenblase in den Dünndarm und stimulieren die Verdauung. Bei Boldo handelt es sich um einen aus Chile stammenden Baum oder Strauch; die Javanische Gelbwurz stammt aus den Waldgebieten Indonesiens und wird in weiten Teilen des tropischen Asiens kultiviert.

Tabelle 4: Anwendungsgebiet Leber und Galle