Arzneipflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Ringelblume

 

Ringelblume (Calendula officinalis L.)

Ringelblume wird in Deutschland zu Salben und anderen Arzneimitteln verarbeitet. 3 Phytopharmaka und 19 Homöopathika sind auf dem Markt, mit denen vor allem schlecht heilende Wunden der Haut und Schleimhaut behandelt werden. Während die Kosmetikindustrie die Ringelblume ihrer Wirkung wegen in Cremes und Salben verarbeitet, nutzt die Lebensmittelindustrie die enthaltenen Farbstoffe (Carotinoide). In Tees dient die Ringelblume als Schmuckdroge.

Synonyme
Gartenringel, Ringelrose, Totenblume, Stinkblume, Goldblume

Biologie
Ringelblume gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es handelt sich um eine einjährige bzw. zweijährig überwinternde, 60 bis 70 cm hohe Pflanze mit einer Pfahlwurzel und zahlreichen Seiten wurzeln. Die Stängel sind kantig, im oberen Bereich verzweigt und filzig behaart. Die ebenfalls behaarten und klebrigen Blätter stehen wechselständig. Die Blütenkörbe stehen einzeln an langen Blattstielen und haben einen Durchmesser von ca. 4 cm, bei einzelnen Sorten von 8 bis 9 cm. Die
Blütenkörbe bestehen aus zwittrigen, röhrigen Scheibenblüten, die von zahlreichen weiblichen, fruchtbaren, dottergelben bis orangegelben Zungenblüten umgeben sind.

Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Bei den Früchten handelt es sich um unterschiedlich geformte Schließfrüchte.

Vorkommen
Ringelblume wird in Europa und den angrenzenden Ländern kultiviert. Sie wächst sowohl in Gärten als auch verwildert auf Wiesen, Feldern, Schotterböden sowie zwischen verfallenen Mauern. Die zur Produktion von Arzneimitteln genutzten Pflanzen werden hauptsächlich in Ägypten, Ungarn, Polen und den Balkanländern angebaut.

Anbau
Der Anbau von Ringelblume ist auf vielen Böden möglich. Sie gedeiht auf Moorböden und gut versorgten Lehmböden mit ausreichend Wärme; ungünstig sind jedoch trockene Standorte.

Zur Produktion von Phytopharmaka verwendete Pflanzenteile
Für die Produktion von Arzneimitteln werden zumeist die völlig entfalteten und vom Blütenstandboden befreiten Einzelblüten verwendet. Das getrocknete Pflanzenmaterial (Droge) wird lateinisch als Calendulae flos bezeichnet. Auch das Ringelblumenkraut aus Blüten und Sprossspitzen, lat. Herba Calendulae cum floribus, findet gelegentlich Verwendung.

Inhaltsstoffe

  • Triterpensaponine, insbesondere Oleanolsäuremonoglykoside und -diglykoside
  • Triterpenalkohole
  • Flavonoide, insbesondere Quercetin und Isorhamnetinglykoside
  • Carotinoide
  • ätherisches Öl

Zubereitungen
Aus den Einzelblüten werden Tinkturen, Presssäfte, Extrakte sowie Auszüge mit Alkohol, Ölen und Salbengrundlagen gewonnen.

Pharmakologische und medizinische Wirkung
Wundmodelle beweisen Wundheilungseffekte, die u. a. damit zusammenhängen, dass die Ringelblume die Gefäßneubildung stimuliert. Daher behandelt man mit ihr nicht nur Hautentzündungen, sondern auch schlecht heilende Wunden, Verbrennungen und Ekzeme. Diese Nutzung steht im Einklang mit der Monographie der Kommission E, die als Behandlungsfelder entzündliche Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut, äußerliche Wunden mit schlechter Heilungstendenz und Beingeschwüre, d. h. schlecht heilende (chronische), tiefe Wunden an Unterschenkeln und Füßen, sogenannte "offene Beine", nennt. Für Anwendungen im Mund- und Rachenraum empfiehlt sie 1 bis 2 g Droge bzw. entsprechende Extraktmengen, für die Anwendung an der Haut 2 bis 5 g Droge bzw. die entsprechenden Mengen an Extrakt  in 100 g Salbe. Ringelblume gilt als nebenwirkungsarm.

Ringelblume (Calendula officinalis L.)
Foto: Ringelblume (Calendula officinalis L.), Fotolia
 
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe