Arzneipflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Züchtung

Züchtung einer Qualitätssorte von Kamille mit hoher Ertragsfähigkeit bei maschineller Ernte:

Züchtung Kamille (Phase I) - PHARMAPLANT Artern (08NR206)

Förderkennzeichen: 22020608 bzw. 08NR206

Laufzeit: 16.02.2010 bis 15.02.2013

Thema: Demonstrationsprojekt Arzneipflanzen (KAMEL); Züchtung einer Qualitätssorte von Kamille mit hoher Ertragsfähigkeit bei maschineller Ernte (Phase I)

Zuwendungsempfänger: PHARMAPLANT Arznei- und Gewürzpflanzen Forschungs- und Saatzucht GmbH, Am Westbahnhof 4, 06556 Artern/Unstrut

Projektleiter: Dr. rer. nat. Andreas Plescher, Tel: +49 3466 3256-0, info(bei)pharmaplant.de

Aufgabenbeschreibung: Innerhalb des Verbundvorhabens Verbesserung der internationalen Wettbewerbsposition des deutschen Arznei- und Gewürzpflanzenanbaus hat die Züchtung von Kamille das Ziel, durch die Entwicklung einer Qualitätssorte/-sorten einen entscheidenden Baustein zur Verbesserung der Rentabilität und Produktqualität des Kamilleanbaus in Deutschland zu liefern. Ziel der Züchtung ist die Ertragssteigerung auf 600 kg verkaufsfähige und arzneibuchkonforme Blütendroge pro Hektar bei deutlich verbesserter Eignung für die maschinelle Ernte. In Phase I werden Grundlagen für die Sortenzüchtung erarbeitet und geeignetes Ausgangsmaterial für die Sortenzüchtung selektiert. Die Bearbeitung erfolgt in drei Phasen mit jeweils drei Vegetationsjahren nach der Methode der Kombinationszüchtung. In Phase I wird ein breites genetisches Ausgangsmaterial über drei Vegetationsperioden stufenweise entsprechend den Züchtungszielen nach ertraglichen, erntetechnologischen und inhaltsstofflichen Gesichtspunkten selektiert. Die Entwicklung von reproduzierbaren Methoden der Merkmalserfassung ist Voraussetzung für die Erfassung genetisch und umweltbedingter Variationskoeffizienten bei verschiedenen Standortbedingungen, unterschiedlichen Saatzeiten und unterschiedlicher Nährstoffverfügbarkeit. Versuche zu in-vitro-Etablierung, -Konservierung und -Vermehrung unterschiedlichster, selektierter Genotypen sichern die Erhaltung der ausgewählten Individuen für die folgende Züchtungsphase.

Züchtung Kamille (Phase II) - PHARMAPLANT Artern (12NR320)

Förderkennzeichen: 22032012 bzw. 12NR320

Laufzeit: 01.01.14 bis 31.12.16

Thema: Demonstrationsprojekt Arzneipflanzen (KAMEL); Züchtung einer Qualitätssorte von Kamille mit hoher Ertragsfähigkeit bei maschineller Ernte (Phase II)

Zuwendungsempfänger: PHARMAPLANT Arznei- und Gewürzpflanzen Forschungs- und Saatzucht GmbH, Am Westbahnhof 4, 06556 Artern/Unstrut

Projektleiter: Dr. rer. nat. Andreas Plescher, Tel: +49 3466 3256-0, info(bei)pharmaplant.de

Aufgabenbeschreibung:Innerhalb des Verbundvorhabens "Verbesserung der internationalen Wettbewerbsposition des deutschen Arznei- und Gewürzpflanzenanbaus" hat die Züchtung von Kamille das Ziel, durch die Entwicklung einer Qualitätssorte/-sorten einen entscheidenden Baustein zur Verbesserung der Rentabilität und Produktqualität des Kamilleanbaus in Deutschland zu liefern. Ziel der Züchtung ist die Ertragssteigerung auf 600 kg verkaufsfähige und arzneibuchkonforme Blütendroge pro Hektar bei deutlich verbesserter Eignung für die maschinelle Ernte. In Phase II werden Zuchtlinien als potentielle Eltern für die Sortenzüchtung entwickelt, die auf ihre Kombinationseignung getestet werden. Des Weiteren wird der Anteil an Fremdbefruchtung bei der Samenbildung von Kamille aufgeklärt.
Die Bearbeitung des Züchtungsprojektes erfolgt in drei Phasen mit jeweils drei Vegetationsjahren. Phase II baut auf dem in Phase I geschaffenen Ausgangsmaterial auf. Es folgen bis zu drei Inzuchtgenerationen mit fortlaufender Selektion nach ertraglichen, erntetechnologischen und inhaltsstofflichen Gesichtspunkten. Als Grundlage für das weitere Vorgehen in der Kamille-Züchtung wird der Anteil an Selbst- und Fremdbefruchtung bei der Samenbildung molekulargenetisch nach der Mikrosatelliten-Methode bestimmt. Im dritten Vegetationsjahr beginnt die Prüfung der Kombinationseignung der Inzuchtlinien.

Züchtung einer triploiden Kamillesorte:

Züchtung triploide Kamille (Machbarkeitsstudie) - IPK Gatersleben (10NR103)

Förderkennzeichen: 22010310 bzw. 10NR103

Laufzeit: 15.02.2011 bis 14.08.2011

Thema: Demonstrationsprojekt Arzneipflanzen (KAMEL); Machbarkeitsstudie zur Erfassung der Chancen und Risiken für die Züchtung einer triploiden Kamillesorte

Zuwendungsempfänger: Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung - Abteilung Cytogenetik und Genomanalyse - AG Apomixis, Corrensstr. 3, 06466 Gatersleben

Projektleiter: Dr. Timothy F. Sharbel, Tel: +49 39482 5-608, E-Mail: sharbel(bei)ipk-gatersleben.de

Aufgabenbeschreibung: Ziel dieses Teilvorhabens ist es, das in Mitteleuropa verstreut, dezentral und größtenteils unpublizierte Wissen zur Kamillezüchtung einerseits und zur Triploidenzüchtung andererseits zusammenzutragen und auszuwerten. Während triploide Sorten in der Obst- und Zierpflanzenzüchtung seit langem einen festen Platz haben, wären sie bei Arznei- und Gewürzpflanzen, d. h. auch bei Kamille, eine absolute Neuheit. Triploide Kamille hätte deutliche Vorteile gegenüber diploiden oder tetraploiden Sorten, insbesondere eine erhebliche Ertragssteigerung aufgrund verstärkter Blühwilligkeit und längerer Blühdauer durch das Ausbleiben der Samenbildung. Diese spezielle fachliche Studie ist die Grundlage für eine Machbarkeitsbewertung, die Chancen und Risiken eines hypothetischen Vorhabens zur Züchtung einer triploiden F1-Kamillensorte miteinander vergleicht und abwägt. Die Machbarkeitsstudie ist hauptsächlich eine Recherche von Literatur, Datenbanken und internen Versuchsberichten sowie –aufzeichnungen. Sie wird ergänzt durch kleine experimentelle Ansätze zur durchflusszytometrischen Untersuchung der Ploidie von Kamillepflanzen sowie zur Inhaltsstoffverteilung in samenreifen Kamilleblüten. Die Studie wird in Kooperation mit der Universität Wien und der Pharmaplant GmbH durchgeführt, deren jahrzehntelange Erfahrungen in der Kamillezüchtung genutzt werden.

Züchtung triploide Kamille (Phase I) - IPK Gatersleben (11NR389)

Förderkennzeichen: 22038911 bzw. 11N389

Laufzeit: 01.06.2012 bis 28.02.2014

Thema: Demonstrationsprojekt Arzneipflanzen (KAMEL); Erarbeitung der Voraussetzungen zur Entwicklung einer triploiden Kamillesorte (Teil 1)

Zuwendungsempfänger: Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung - Abteilung Cytogenetik und Genomanalyse - AG Apomixis, Corrensstr. 3, 06466 Gatersleben

Projektleiter: Dr. Timothy F. Sharbel, Tel: +49 39482 5-608, E-Mail: sharbel(bei)ipk-gatersleben.de

Aufgabenbeschreibung: In dem Projekt werden methodische und materielle Grundlagen zur Züchtung einer sterilen, triploiden Kamillesorte erarbeitet. Während triploide Sorten in der Obst- und Zierpflanzenzüchtung seit langem einen festen Platz haben, wären sie bei Arznei- und Gewürzpflanzen, d. h. auch bei Kamille, eine absolute Neuheit. Triploide Kamille könnte – ähnlich wie die triploiden Sorten bei Obst- und Zierpflanzen – deutliche Vorteile gegenüber diploiden oder tetraploiden Sorten aufweisen, insbesondere eine erhebliche Ertragssteigerung aufgrund verstärkter Blühwilligkeit und längerer Blühdauer durch das Ausbleiben der Samenbildung. Das vorrangige Ziel ist es nachzuweisen, dass triploide Kamillepflanzen, die spontan in tetraploiden Kamillesorten auftreten, die vermuteten Vorteile der Triploidie hinsichtlich Blühverhalten und Sterilität erfüllen. Dies stellt den Meilenstein des Projektes dar, auf dessen Grundlage über die Fortsetzung des Gesamtvorhabens entschieden wird. Es werden hierzu Triploide in Sorten, Populationen und Zuchtmaterial identifiziert und selektiert. Ein zweites Arbeitsziel besteht daraus, einen für Kamille funktionierenden Sterilitätsmechanismus aufzufinden, der es erlaubt, für die Triploidenzüchtung männlich sterile – weiblich fertile Mutterlinien zu entwickeln. Es wird mit der Selektion von weiblich fertilen und männlich sterilen bzw. selbstinkompatiblen Kamillepflanzen oder/und der Entwicklung / Induktion von männlich sterilen (MS/CMS) Pflanzen begonnen.

Verbundvorhaben Züchtung Melisse konventionell:

Züchtung Melisse (Phase I), TV 1 – JKI Quedlinburg (08NR197)

Förderkennzeichen: 22019708 bzw. 08NR197

Laufzeit: 01.04.2010 bis 30.12.2013

Thema: Demonstrationsprojekt Arzneipflanzen (KAMEL); Verbundvorhaben: Entwicklung generativ vermehrbarer Hochleistungslinien von Zitronenmelisse (Melissa officinalis L.) durch konventionelle Erzeugung homozygoter Linien als Voraussetzung für Synthetiks oder Hybridsorten; Teilvorhaben 1: JKI

Zuwendungsempfänger: Julius Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI), Erwin-Baur-Str. 27, 06484 Quedlinburg

Projektleiter: Dr. Frank Marthe, Tel: +49 3946 47-420, frank.marthe(bei)jki.bund.de

Aufgabenbeschreibung: Zitronenmelisse (Melissa officinalis L.) wird in Deutschland auf einer kleinen, aber stabilen Anbaufläche produziert (1995: 140 ha, 2001: 120 ha). Begrenzende Faktoren für eine Anbauausdehnung in Deutschland sind der gegenwärtig erzielbare Gesamtertrag mit den Problempunkten: Nutzung im ersten Standjahr, Winterhärte und Gesamtnutzungsdauer. Eine verbesserte Liniensorte oder eine Synthetik- bzw. Hybridsorte wird zur Ertragssteigerung, der Erhöhung der Qualität, der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und damit auch zur Vergrößerung des deutschen Anbaus beitragen. Ziel des Verbundprojektes zwischen dem Inst. für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst - Quedlinburg, des Julius Kühn-Institutes, der Dr. Junghanns GmbH und der N.L. Chrestensen GmbH ist die Erzeugung homozygoter Linien von Melisse mit einer hohen Eigenleistung. Durch Inzuchtierung und Selektion soll aus optimierten, aber nur vegetativ vermehrbaren Genotypen von Melisse leistungsstarkes, samenvermehrbares Zuchtmaterial erstellt werden. Weiterhin sollen Kreuzungen vorgenommen werden mit den besten Klonen und aktuellen Sorten als Basis für einen weiteren Materialpool. Mit den entstehenden Linien werden die materiellen Grundlagen für die Schaffung von experimentellen Synthetiksorten erarbeitet. Sollte im Parallelprojekt mit der Kurzbezeichnung "Erzeugung von Doppelhaploiden und Suche nach männlicher Sterilität in Zitronenmelisse (Melissa officinalis)" eine nutzbare Quelle für männliche Sterilität verfügbar werden, wird die Entwicklung einer Hybridsorte begonnen.

Züchtung Melisse (Phase I), TV 2 - Dr. Junghanns GmbH (08NR198)

Förderkennzeichen: 22019808 bzw. 08NR198

Laufzeit: 01.04.2010 bis 31.05.2013

Thema: Demonstrationsprojekt Arzneipflanzen (KAMEL); Verbundvorhaben: Entwicklung generativ vermehrbarer Hochleistungslinien von Zitronenmelisse (Melissa officinalis L.) durch konventionelle Erzeugung homozygoter Linien als Voraussetzung für Synthetiks oder Hybridsorten; Teilvorhaben 2: Dr. Junghanns GmbH

Zuwendungsempfänger: Dr. Junghanns GmbH, Aue 182, 06449 Groß Schierstedt

Projektleiter: Dr. agr. Wolfram Junghanns, Tel: +49 3473 801126, dr.junghanns.gmbh(bei)t-online.de

Aufgabenbeschreibung: Zitronenmelisse wird in Deutschland auf einer kleinen Fläche angebaut, da Faktoren wie Winterhärte, Nutzung im ersten Standjahr und Gesamtnutzungsdauer eine Anbauausdehnung verhindern. Ziel des Projektes ist die Erzeugung homozygoter Linien von Melisse mit einer hohen Eigenleistung: aufrechter Wuchs, hoher Blattertrag, verbesserte Winterhärte und hoher Gehalt an ätherischem Öl. Durch Inzuchtierung und Selektion soll aus optimierten, aber nur vegetativ vermehrbaren Linien von Melisse leistungsstarkes, samenvermehrbares Zuchtmaterial erstellt werden. Weiterhin sollen Kreuzungen vorgenommen werden mit den besten Klonen und aktuellen Sorten als Basis für einen weiteren Materialpool. Mit den entstehenen Linien werden die materiellen Grundlagen für die Schaffung von experimentellen Synthetiksorten erarbeitet.

Züchtung Melisse (Phase I), TV 3 - N.L. Chrestensen (08NR199)

Förderkennzeichen: 22019908 bzw. 08NR199

Laufzeit: 15.03.2010 bis 30.11.2013

Thema: Demonstrationsprojekt Arzneipflanzen (KAMEL); Verbundvorhaben: Entwicklung generativ vermehrbarer Hochleistungslinien von Zitronenmelisse (Melissa officinalis L.) durch konventionelle Erzeugung homozygoter Linien als Voraussetzung für Synthetiks oder Hybridsorten; Teilvorhaben 3: N.L. Chrestensen

Zuwendungsempfänger: N. L. Chrestensen Samenzucht und Produktion GmbH Erfurt, Witterdaer Weg 6, 99092 Erfurt

Projektleiter: Esther Paladey, Tel: +49 361 2245-288, e.paladey(bei)chrestensen.com

Aufgabenbeschreibung: Ziel des Projektes ist die Erzeugung homozygoter Linien von Melisse mit einer hohen Eigenleistung (aufrechter Wuchs, hoher Ertrag, verbesserte Winterhärte und hoher Gehalt an ätherischem Öl). Durch Inzuchtierung und Selektion soll aus optimierten, aber nur vegetativ vermehrbaren Linien von Melisse (LfL, Herr Prof. Bomme) leistungsstarkes, samenvermehrbares Zuchtmaterial erstellt wer-den. Weiterhin sollen Kreuzungen vorgenommen werden mit den besten Klonen und aktuellen Sor-ten als Basis für einen weiteren Materialpool. Mit den entstehenden Linien werden die materiellen Grundlagen für die Schaffung von experimentellen Synthetiksorten erarbeitet. Sollten im Parallelprojekt Erzeugung von Doppelhaploiden männlich sterile Pflanzen verfügbar werden, wird die Entwicklung einer Hybridsorte begonnen, bei der die männlich sterile Linie vegetativ vermehrt wird. Mehrjährige Evaluierung des Ausgangsmaterials auf die angestrebten Zuchtziele (2010 bis 2012), Anlegen eines dreiortigen, zweijährigen Leistungsversuches (2011 und 2012), Selbstbestäubung von Genotypen mit guter Winterhärte (2010, 2011, 2012), Kreuzung Sorte x Genotyp mit guter Winterhärte bzw. mit Linien mit verbesserter Homozygotie, die aus diesen Genotypen entwickelt wurden. Für die Kreuzungen sollen aktuelle Sorten verwendet werden (2010, 2011, 2012), Aussaat von Selbstungsnachkommenschaften (2011, 2012), Bonitur von Wuchstyp, Blattfläche: Länge und Breite der Anzahl der Blattetagen, Gesamttrieblänge, Ätherischölgehalt, Rosmarinsäuregehalt, Winterhärte; Selektion der besten EP je Linie und Weiterführung der Selbstung an den selektierten EP in der folgenden Saison, Aussaat von Kreuzungsnachkommenschaften, Bonituren wie oben, Selbstbestäubung geeigneter F1-Pflanzen (2011 und 2012) und Aussaat der F2 2012, Bonituren wie oben, Beobachtung des Auftretens männlich steriler Pflanzen. Verbesserte Linien werden in firmeninterner Arbeit als Linien, Synthetiks oder Hybriden zu neuem Sortenmaterial für die Praxis entwickelt.

Züchtung Melisse (Doppelhaploiden):

Züchtung Melisse (DH) – JKI Quedlinburg (08NR200)

Förderkennzeichen: 22020008 bzw. 08NR200

Laufzeit: 01.04.2010 bis 15.01.2014

Thema: Demonstrationsprojekt Arzneipflanzen (KAMEL); Verfahrensentwicklung zur Erzeugung von Doppelhaploiden bei Zitronenmelisse und Suche nach Elementen eines Sterilitätssystems auf Grundlage der männlichen Sterilität

Zuwendungsempfänger: Julius Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI), Erwin-Baur-Str. 27, 06484 Quedlinburg

Projektleiter: Dr. Frank Marthe, Tel: +49 3946 47-420, frank.marthe(bei)jki.bund.de

Aufgabenbeschreibung:
Vorhabensziel: Für die Beschleunigung der Erzeugung homozygoter Linien von Melisse wird eine Technik zur Erzeugung doppelhaploider Pflanzen benötigt. Die Methodik zur Haploidenerzeugung und zur anschließenden Diploidisierung als Voraussetzung für die Erzeugung doppelhaploider Pflanzen soll im Rahmen des Projektes entwickelt werden und den Schwerpunkt bilden. Für Melisse oder andere Arten der Labiatae liegen in der Literatur keine Berichte über die Erzeugung haploider Pflanzen vor. Die Suche nach männlicher Sterilität ist ebenfalls Bestandteil des beantragten Projektes. Für das erforderliche Screening wird eine große Vielfalt an Melissegenotypen benötigt, deren Bereitstellung gemeinsam mit einem Parallelprojekt erfolgt.
Arbeitsplanung: Da Erfahrungen für die Haploidenerzeugung bei Melisse international nicht vorliegen, sollen alle einschlägigen Verfahren auf ihre Adaptierbarkeit untersucht werden. Das sind die Kultur isolierter Antheren zu unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die Kultur von isolierten Mikrosporen und die Kultur nichtbefruchteter Eizellen, die sog. Ovarienkultur mit den Varianten der präparierten Eizellen bzw. der Fruchtknotenkultur. Für die Suche nach männlicher Sterilität werden blütenbiologische Untersuchungen in großem Umfang durchgeführt.
Ergebnisverwertung: Das Erreichen der Ziele des beantragten Projektes führt zu einer Beschleunigung bei der Entwicklung von Linien mit hoher Eigenleistung und guter Kombinationseignung. Sollte eine Quelle für männliche Sterilität aufgefunden werden, wäre damit die Möglichkeit für eine Befruchtungsregulierung als wesentliche Voraussetzung für die Etablierung eines Hybridsystems für Melisse gegeben. Das Potential der Ergebnisse des hier beantragten Projektes sollte in einem Folgeprojekt gemeinsam mit den Ergebnissen des ebenfalls beantragten Parallelprojektes für den Züchtungsfortschritt der Melisse voll erschlossen werden.

Züchtung Baldrian:

Züchtung Baldrian (Phase I) - LfL Freising (08NR150)

Förderkennzeichen: 22015008 bzw. 08NR150

Laufzeit: 01.11.2008 bis 30.04.2012

Thema: Demonstrationsprojekt Arzneipflanzen (KAMEL); Züchterische Verbesserung von Baldrian zur Erhöhung der Rentabilität und Drogenqualität

Zuwendungsempfänger: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Vöttinger Str. 38, 85354 Freising

Projektleiter: Dr. Heidi Heuberger, Tel: +49 8161 71-3805, heidi.heuberger(bei)lfl.bayern.de

Aufgabenbeschreibung: Im Rahmen des Verbundvorhabens Verbesserung der internationalen Wettbewerbsposition des deutschen Arzneipflanzenanbaus am Beispiel der züchterischen und anbautechnologischen Opti-mierung von Kamille, Baldrian und Zitronenmelisse hat das Teilprojekt Züchtung von Baldrian (Valeriana officinalis L.) das Ziel, durch Auslese und Kreuzungszüchtung eine oder mehrere Baldriansorten mit gröberen und weniger verzweigten Wurzelstöcken mit hohem Ertrag und hohem Inhaltsstoffgehalt zu entwickeln und dadurch die Rentabilität des Anbaus bei hoher Produktqualität deutlich zu verbessern. In der ersten Projektphase bis 2011 sollen aus einer großen Herkünftesammlung die geeignetsten Herkünfte identifiziert, Individuen selektiert und mit deren Inzucht, d.h. mit der Entwicklung von Zuchtlinien, begonnen werden. Parallel dazu sollen Fragen zu Blüh- und Befruchtungsbiologie (z.B. Verfrühung des Blühzeitpunkts), Inzucht (z.B. Selbstungsmethodik, Auftreten von Inzuchtdepressionen), Ploidiestufen und Gewebekulturtechniken (z.B. Entwicklung von Protokollen zur Antherenkultur, Colchizinierung, Herstellung von Doppelhaploiden) geklärt werden. Auf dieser Basis können anschließend züchtungsstrategische Entscheidungen getroffen und geeignete Verfahren angewendet werden. Auf der Basis der zu entwickelnden Linien sollen synthetische oder Hybridsorten entwickelt werden. Zur Absicherung wird parellel dazu die Populationsverbesserung durch rekurrente Selektion verfolgt. Aus der ersten Projektphase hervorgegangene Erkenntnisse und Methoden werden veröffentlicht, so dass sie für Züchtungsprogramme anderer Arzneipflanzenarten genutzt und adaptiert werden können. Am Ende der Züchtungsarbeit sollen den Produzenten und der Industrie verbesserte Baldriansorten zur Verfügung stehen. Für die sichere Versorgung mit hochwertigem Saatgut dieser Sorten sollen Vermehrung und Vertrieb nach öffentlicher Ausschreibung in Lizenz von einer spezialisierten Saatgutfirma betrieben werden.

Züchtung Baldrian (Phase II) - LfL Freising (11NR214)

Förderkennzeichen: 22021411 bzw. 11NR214

Laufzeit: 10.04.2012 bis 09.04.2015

Thema: Demonstrationsprojekt Arzneipflanzen (KAMEL); Züchterische Verbesserung von Baldrian zur Erhöhung der Rentabilität und Drogenqualität (Phase II)

Zuwendungsempfänger: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Vöttinger Str. 38, 85354 Freising

Projektleiter: Dr. Heidi Heuberger, Tel: +49 8161 71-3805, heidi.heuberger(bei)lfl.bayern.de

Aufgabenbeschreibung: Im Rahmen des Verbundvorhabens "Verbesserung der internationalen Wettbewerbsposition des deutschen Arzneipflanzenanbaus am Beispiel der züchterischen und anbautechnologischen Optimierung von Kamille, Baldrian und Zitronenmelisse" hat das Teilprojekt Züchtung von Baldrian (Valeriana officinalis L.) das Ziel, durch Auslese und Kreuzungszüchtung eine oder mehrere Baldriansorten mit gröberen und weniger verzweigten Wurzelstöcken mit hohem Ertrag und hohem Inhaltsstoffgehalt zu entwickeln und dadurch die Rentabilität des Anbaus bei hoher Produktqualität deutlich zu verbessern. In der zweiten Projektphase bis März 2015 soll die Entwicklung der Inzuchtlinien und der Populationen fortgesetzt werden. In Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Auftretens von Inzuchtdepressionen und der bis dahin erreichten Homogenität der Linien, müssen die Linien gegebenenfalls rekombiniert werden. Entsprechend der Leistung der F2-Generation der Populationen sind Rückkreuzungen zur Erzielung der gewünschten Kombination von groben Wurzeln und hohen Inhaltsstoffgehalten erforderlich. Auf der Basis der zu entwickelnden Linien sollen am Ende synthetische oder Hybridsorten entwickelt werden. Zur Absicherung wird gleichzeitig die Populationsverbesserung verfolgt. Parallel zur Zuchtlinienentwicklung werden die Fremdbefruchtungsrate von Baldrian spezifiziert, die Verteilung der Inhaltsstoffe innerhalb des Wurzelstocks und die Ausprägung der Blütenmerkmale in Hinblick auf die Sortenzulassung untersucht.

Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe